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    Leisnigs Geschichte



Urkundlich erwähnt wurde Leisnig erstmalig im Jahr 1046 und zwar durch Kaiser Heinrich III., der seiner Gemahlin unter anderem den Burgwartsbezirk Leisnig schenkte.
Die Geschichte der Stadt war schon immer eng verknüpft mit der Burg Mildenstein. Es gab zwar bereits vorher einen Ort Namens Leisnig ( Liznick, Liznich ) vor Gründung der Burg, welcher sich allerdings nicht auf dem Berge sondern im Tal befand, dort wo man noch heute die Ortsteile Altleisnig und Tragnitz findet.
Der Name der Stadt geht auf sorbischen Ursprung zurück und bedeutet soviel wie „Waldort“.
Die Stadt blickt auf eine sehr wechselhafte Geschichte zurück mit vielen Bränden, Kriegsfolgen, der Pest und häufig wechselnden Burgherren. Sie befand sich zum Beispiel von 1083 – 1147 im Besitz des Grafen Wiprecht von Groitzsch und von 1147 – 1157 im persönlichen Besitz des Herzogs Friedrich III. von Schwaben, welcher 1152 deutscher Kaiser wurde und besser unter dem Namen Barbarossa bekannt ist.

Im Jahre 1228 hatte die Stadt bereits Markt ( Laurentiusmarkt ), wahrscheinlich als Folge der Wallfahrten zum Arm des Heiligen Laurentius.
1396 und 1408 wurde das Vorwerk Lichtenhain aufgeteilt. Dort wurden die Häuser der Neuen Sorge und des Lichtenberges erbaut.
Im Jahre 1444 brannte die Stadt samt Rathaus nieder.
1446 verwüstete der sogenannte Bruderkrieg zwischen dem Kurfürsten Friedrich und seinem Bruder Herzog Wilhelm die ganze Leisniger Gegend. Dabei wurden die Rittergüter Korpitzsch, Polkenberg, Polditz, Marschwitz, sowie die Güter Tautendorf und Hasenberg niedergebrannt. In und um Leisnig gab es viele Greueltaten zu beklagen.
In den Jahren 1495, 1502, 1508 und 1535 forderte die Pest in und um Leisnig viele Todesopfer, ganze Dörfer starben aus.
    berühmte Persönlichkeitenin Leisnig

    Im Jahre 1501 wurde in Leisnig der weltberühmte Mathematiker Peter Apian geboren.
    Um die Gemeindekastenordnung einzuführen, hielt sich Martin Luther 1522 und 1523 in Leisnig auf. Leisnig spielte dabei eine Vorreiterrolle für ganz Deutschland. Schon einige Jahre zuvor hatte Leisnig die Reformation angenommen.
    Die Gründung der Superintendentur erfolgte im Jahre 1529.
    Während des Kriegszuges Kaiser Karl V. durch Leisnig im Jahre 1547 sollte Leisnig eingeäschert werden. Die Stadt blieb aber verschont, als der Kaiser erfuhr, dass sein Lehrer Peter Apian in Leisnig geboren wurde.
    1582 wurde die Kantorei in Leisnig gegründet.

    1615 wurden eine Witwe und ihre zwei erwachsenen Töchter der Zauberei und Hexerei angeklagt und auf der großen Viehweide ( Muldenwiese ) auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Auch die Pest wütete wieder in der Stadt. Sie kostete im Jahre 1630 über 300 Menschen das Leben.
    Der berühmte Bauingenieur Georg Rümpler wurde 1636 als Sohn eines Leisniger Fleischermeisters hier in der Stadt geboren.
    Von 1631 bis 1648 hatte Leisnig unter den Schrecken des Dreißigjährigen Krieges schwer zu leiden. Am 20.03.1637 wurde es fast ganz eingeäschert. Die Kirche wurde erst 1649 wiederhergestellt, wobei ihr Turm noch bis 1676 als Ruine stand. Selbst Burg Mildenstein wurde am 07.08.1645 gestürmt.

    Im Jahre 1655 riss ein Hochwasser die Fischendorfer Brücke weg, welche erst 1661 wiederhergestellt wurde. In der Zwischenzeit wurde der Verkehr von einem Fischendorfer Fischer mittels Fähre aufrecht erhalten.
    1655 erhielt das Rathaus einen Turm mit Uhrwerk, was damals noch recht selten war.
    Der noch heute in der St. Matthäikirche zu sehende Altar wurde im Jahre 1664 von dem Meißner Bildhauer Valentin Otto erschaffen.

    Im Jahre 1698 brannte das benachbarte Brösen mit 16 Bauerngütern ab.
    Besonders schlimm war es aber am 05.10.1700, fast ganz Leisnig wurde an diesem Tag ein Raub der Flammen. Allein die Kirche, die Schule, das Kornhaus und die Baderei blieben erhalten.
    Wenige Jahre später, im Jahre 1706, hatte die Stadt schwer unter der Schwedischen Invasion zu leiden.
    Ihre Meilensäule erhielt Leisnig im Jahre 1722, welche zunächst auf dem Marktplatz stand. Erst 1828 setzte man sie vor das Obertor.
    1744 bis 1745 verursachte der Krieg des Preußenkönigs in Leisnig viel Schaden.
    Die Kampradsche Chronik erschien im Jahre 1753 (von Leisnig und Colditz).

    Im Jahre 1753 wurden die ersten Kartoffeln in Leisnig angebaut und 1756 der Kaffee als neues Genussmittel eingeführt.
    Die allgemeine Schulpflicht wurde in Leisnig 1768 eingeführt.
    Mit dem planmäßigem Obstanbau wurde in Leisnig 1787 begonnen.
    In Zusammenhang mit der Französischen Revolution brachen 1790 Bauernunruhen aus, die sich gegen die Rittergutsbesitzer und Rittergutsgerichtsverwalter richteten und die Aufhebung der Frondienste forderten.
    Zum Laurentiusmarkt am 10.08.1803 brannten in Leisnig 195 Wohnhäuser, 4 öffentliche Gebäude und 43 Scheunen ab.
    1806 erschien das “ Leisniger Wochenblatt“.
    Das nach dem Stadtbrand neu entstandene Rathaus wurde 1809 eingeweiht. Es war nicht wieder auf dem Markt, sondern an der heutigen Stelle, auf der Brandruine des Gasthofes „Zum goldenen Engel“ erbaut worden.

    Unter dem Napoleonischen Krieg hatte Leisnig in der Zeit von 1812 bis 1815 schwer zu leiden. Die Fischendorfer Brücke wurde erneut zerstört, Leisnig wäre beinahe wieder abgebrannt worden, es herrschte eine große Teuerung und eine Typhusepidemie, woran im Jahre 1813 allein in Leisnig 171 Einwohner und 56 fremde Militärpersonen starben.
    Im Jahre 1844 wurde das erste Haus in der heutigen Chemnitzer Straße erbaut, 1845 ein Turnverein gegründet, 1847 die Brauerei gebaut und 1853 brachte man den ersten Briefkasten am Postgebäude (damals auf dem Burglehn) an.
    Von dem Oberförster May wurden 1856 Waldparkanlagen geschaffen, die den Namen Maylust erhielten.
    Bis 1856 ging der Verkehr nach Leisnig nur über den Schlossberg. Nach einem Brand eines Teils der Obermühle hatte man die Idee zum Bau der Hochstraße.
      Leisnigs Geschichte

      Im Jahre 1864 zählte man in Leisnig 6011 Einwohner, das waren 78 mehr als in Grimma.und 295 mehr als in Oschatz.
      Durch Leisnigs Eisenbahnanschluss im Jahre 1867 kam es zur Ausdehnung der Stadt nach Süden und Südosten. Der wirtschaftliche Aufschwung der Stadt wurde dadurch sehr gefördert.
      1873 wurde die Volksschule am heutigen Lindenplatz gebaut und 1884 hielt das elektrische Licht in Leisnig Einzug, zunächst in den Mühlen und Fabriken und erst 1912 für die Allgemeinheit.
      Eine Diphtherieepidemie herrschte 1892 und 1893 in Leisnig und Umgebung.

      1900 kamen in Leisnig die ersten Autos auf.
      1902 fand hier das erste Heimatfest statt und 1927 das zweite.
      Im Jahre 1911 sahen die Leisniger die ersten Flugzeuge und 1920 begann man mit der Schaffung von Kraftomnibusverbindungen.
      Der Bau der König-Friedrich-August-Kaserne begann 1913 und wurde 1914 fertiggestellt und ihrer Nutzung übergeben.
      1938 gab es in Leisnig laut einer Zählung 35.078 Obstbäume (12.231 Apfel-, 5.566 Süß- und 3.548 Sauerkirsch-, 4.869 Birn-, 5.423 Pflaumen- und Zwetschkenbäume) sowie 20.140 Johannisbeer- und 83.657 Stachelbeersträucher.
      Am 8.Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg zu Ende und sowjetische Truppen marschierten in Leisnig ein, besetzten den Kasernenbereich und das Krankenhaus.
        Leisnig um 1900


        Im Jahre 1946 feierte Leisnig mit seiner 900 Jahr-Feier das erste Stadtjubiläum nach Ende des zweiten Weltkrieges.
        1953 herrschte Ausnahmezustand in Leisnig als Auswirkung des Aufstandes vom 17.Juni in Berlin.
        Im Jahre 1959 begann die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft.
        1971 wurde das Leisniger Freibad eröffnet und der Wohnungsneubau am Sachsenplatz weitergeführt (es entstanden 224 Wohnungen).
        1989 nahmen viele Bürger an den Montagsdemonstrationen in Leipzig teil.
        Im Jahre 1990 fanden die ersten freien Kommunalwahlen und Wahlen zu den Landtagen seit 1933 statt.
        1993 zogen die russischen Streitkräfte aus Leisnig ab, was auch das Ende Leisnigs als Garnisonsstadt bedeutete.
        1996 feierte Leisnig seine 950 jährige Stadtgeschichte.

        Dies war nur ein kleiner Streifzug durch die wechselhafte Geschichte Leisnigs und erhebt keinesfalls einen Anspruch auf Vollständigkeit. Es gäbe noch Vieles zu berichten, aber das würde den Rahmen dieser Internetseite sprengen.

        Quellenangabe:
        "Leisnig in 900 jähriger Geschichte" herausgegeben vom Kulturbund der Ortsgruppe Leisnig anlässlich der 900 Jahrfeier am 08.Juli 1946
        "950 Jahre-Festschrift" herausgegeben von der Staftverwaltung Leisnig am 29.April 1996

        Leisnig heute

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